HAPTISCH

Bachelorarbeit 2019

Im Praxisteil meiner Bachelorarbeit entwickelte ich ein interaktives, multimediales Musik-Erlebnis für gehörlose Menschen. Dafür komponierte ich einen eigenen Song, produzierte ein Musikvideo und baute einen Prototypen, mit dem Musik über Vibrationen körperlich spürbar wird – von der Idee bis zur technischen Umsetzung komplett selbstständig.

Erster Prototyp

Entstanden ist ein interaktiver Tisch mit bewegbaren Holzplatten. Exciter-Lautsprecher machen einzelne Instrumente des Songs – Bass, Schlagzeug, Klavier und Gesang – über Vibrationen körperlich spürbar. Ein zusätzlicher Lautsprecher an der Rückenlehne eines Stuhls überträgt den Gesamtmix des Songs. Ergänzt wird das Erlebnis durch ein Musikvideo mit Gebärdensprache und visuellen Interpretationen des Songs.
Die Audiospuren splittete ich über einen 5.1-Kanal-Mixer und verkabelte das gesamte System selbst.

Testing & Weiterentwicklung

Der erste Testrun fand bei «sichtbar GEHÖRLOSE ZÜRICH» statt. Teilnehmende eines Rhythmus- und Musikkurses testeten den Prototypen und gaben wertvolles Feedback zur körperlichen Wahrnehmung der Musik. Dabei zeigte sich schnell: Der ursprünglich eingesetzte Stuhl schränkte die Bewegungsfreiheit zu stark ein. Für den finalen Prototypen ersetzte ich ihn deshalb durch einen umgebauten Rückenpanzer, um das Erlebnis körperlicher und freier zu gestalten.

Making HAPTISCH

Rückblick

Heute würde ich die visuelle Gestaltung emotionaler und weniger didaktisch umsetzen. Auch die Performance der Gebärdensprache würde ich stärker auf Mitmachen und Körperlichkeit ausrichten – etwa durch einfache Hooks oder Bewegungen, die direkt zum Mitfühlen animieren. Trotzdem ist das Projekt bis heute eines meiner Lieblingsarbeiten und ich bin sehr stolz darauf, dass es mit Bestnote ausgezeichnet wurde.